Bezirksoberliga Frauen: HSG Ahnatal/Calden – TSV Korbach 40:28 (19:11)
Mit der HSG Ahnatal/Calden wartete das Maß aller Dinge der Liga auf uns. Die Gastgeberinnen liefen in Bestbesetzung auf und hatten zusätzlich Spielerinnen aus der A-Jugend-Oberliga im Aufgebot. Doch diese personelle Qualität allein erklärt die deutliche Niederlage nicht. Vielmehr waren es an diesem Abend vor allem zwei Faktoren, die den Ausschlag gaben: 27 Fehlwürfe, die Ahnatal/Calden konsequent über die erste und zweite Welle bestrafte, sowie lediglich sieben gehaltene Bälle, sodass wir defensiv kaum Rückhalt bekamen und unsere eigene Stärke – das Tempospiel – nur selten ausspielen konnten.
Dabei starteten wir hochkonzentriert und mit viel Energie in die Partie. In den Anfangsminuten entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Nach Treffern von Emilie Pok und Beke Mehring stand es früh 2:2 (4.), wenig später 4:4 (8.). Unsere Abwehr arbeitete kompakt, im Angriff zeigten wir sehenswerte Auslösehandlungen. Nach 13 Minuten konnten wir durch einen Treffer von Greta Knebel sogar mit 6:7 in Führung gehen – ein Start, der zeigte, dass wir mutig auftraten und uns keineswegs versteckten.
Doch ab diesem Zeitpunkt übernahm Ahnatal/Calden zunehmend die Kontrolle. Mit mehr Druck im Eins-gegen-Eins drehte die HSG die Partie und ging in der 17. Minute beim Stand von 10:7 erstmals mit drei Toren in Führung. In dieser Phase zeigte sich unser großes Problem des Abends: der Chancenwucher. Zwar erspielten wir uns weiterhin gute Wurfmöglichkeiten, scheiterten jedoch immer wieder an der gegnerischen Torhüterin. Die HSG nutzte diese Fehler gnadenlos und setzte sich über Tempogegenstöße auf 14:8 (22.) und 17:10 (27.) ab. Zur Halbzeit stand ein 19:11 auf der Anzeigetafel – ein Spielstand, der bereits eine Vorentscheidung darstellte.
In der Kabine machte das Trainerteam deutlich, dass wir spielerisch eigentlich nicht schlechter waren, uns für unseren Aufwand jedoch nicht belohnten. Die Vorgabe war eindeutig: die Chancen konsequenter nutzen und defensiv mehr Unterstützung aus dem Tor bekommen.
Nach dem Seitenwechsel zeigten die Mädels zunächst eine starke Reaktion. Bis zur 43. Spielminute hatten wir unsere beste Phase der Partie. Treffer von Emilie Pok, Greta Knebel und Beke Mehring sorgten dafür, dass wir den Rückstand Schritt für Schritt verkürzen konnten. Beim 23:18 (36.) waren wir wieder in Schlagdistanz. Als Beke Mehring zum 27:23 (43.) traf, schien das Spiel kurzzeitig sogar kippen zu können.
Anschließend begann jedoch erneut das bekannte Muster. Wir ließen wieder beste Möglichkeiten vorne liegen und verloren zudem an defensiver Stabilität, sodass wir häufig einen Schritt zu spät kamen. Ahnatal/Calden nutzte diese Phase konsequent und setzte sich innerhalb weniger Minuten wieder auf 32:24 (47.) ab.
Kritisch anzumerken ist, dass in dieser Phase auch die Köpfe etwas nach unten gingen. Stand es in der 51. Minute noch 34:27, brachen in den Schlussminuten schließlich die Dämme. Bis zum Schlusspfiff hatten wir nichts mehr entgegenzusetzen, der 8:1-Lauf der Gastgeberinnen zum Endstand von 40:28 ist ärgerlich und spiegelt den Spielverlauf in dieser Deutlichkeit eigentlich nicht wider.
Am Ende steht eine deutliche Niederlage, die schmerzt – vor allem, weil bei einer besseren Chancenverwertung und mehr Unterstützung aus dem Tor deutlich mehr möglich gewesen wäre, auch wenn das Ergebnis etwas anderes vermuten lässt. In den kommenden Trainingseinheiten gilt es nun, intensiv an der Wurfeffizienz und der Torhüterleistung zu arbeiten. Denn eines ist klar: Wir können es eigentlich deutlich besser. Dieses Spiel muss schnell aus den Köpfen verschwinden, um den Fokus wieder auf die nächsten Aufgaben zu richten.
Tore: Janina Pooch 4, Jessica Pooch 2, Emilie Pok 4/1, Beke Mehring 5/1, Greta Knebel 8/2, Madlen Selbmann 1, Samira Berger 3, Chantal Misz 1