Damen Bezirksoberliga: HSG Ederbergland – TSV Korbach 28:28 (17:14)
Im Landkreisduell bei der HSG Ederbergland ging es für beide Teams um viel: Platz zwei in der Tabelle und damit eine hervorragende Ausgangsposition für die letzten Saisonspiele.
Vor einer tollen Kulisse entwickelte sich ein intensives und temporeiches Spitzenspiel, das am Ende mit einem 28:28-Unentschieden endete – ein Punktgewinn, der sich für uns nach dem starken Comeback in den letzten fünf Minuten nach mehr anfühlte.
Von Beginn an kamen wir im Angriff zu guten Chancen und konnten diese zunächst auch nutzen. In der Abwehr hatten wir jedoch große Probleme mit der Rückraumachse der Gastgeberinnen um Sophie Kümmel und Friederike Born. Mit viel Tempo und druckvollem Spiel hebelten sie unsere 5:1-Abwehr immer wieder aus, sodass wir häufig einen Schritt zu spät kamen. Nach zwölf Minuten lag Ederbergland daher mit 7:5 in Führung.
Erst eine Umstellung auf eine 6:0-Abwehr brachte uns wieder besser ins Spiel. Die Defensive um Samira Berger und Anna Elkmann stabilisierte sich, die Lücken konnten besser geschlossen werden und im Angriff übernahm Emilie Pok zunehmend Verantwortung. Die Gastgeberinnen bekamen sie über die gesamte Partie hinweg kaum in den Griff, und als Greta Knebel zum 7:9 traf, hatten wir die Partie sogar gedreht.
Doch schon in dieser Phase wurde deutlich, dass uns das schnelle Umschaltspiel der HSG große Probleme bereitete. Ob zweite Welle oder schnelle Mitte – immer wieder gelang es den Gastgeberinnen, das Tempo hochzuhalten und unsere Defensive zu überlaufen. Innerhalb weniger Minuten drehte Ederbergland die Partie erneut. Beim 15:12 durch Sophie Kümmel lagen wir erstmals mit drei Toren zurück. Zwar zwangen wir die Gastgeberinnen nun häufiger ins Zeitspiel, doch selbst unter Druck fanden sie immer wieder Lösungen und kamen zu Treffern. Unsere Abwehr – inklusive der Keeperin – sah dabei nicht immer glücklich aus. Mit einem 17:14-Rückstand ging es schließlich in die Kabine.
In der Halbzeit machte das Trainerteam deutlich, dass wir trotz des Rückstands ein ordentliches Spiel zeigten und weiterhin an unsere Chance glauben mussten. Entscheidend würde sein, das Tempospiel der Gastgeberinnen besser zu unterbinden und im Angriff geduldig zu bleiben.
Zu Beginn der zweiten Hälfte kam Kathi Blagus ins Tor – und sie sollte noch eine entscheidende Rolle spielen. Mit mehreren starken Paraden brachte sie uns wieder zurück ins Spiel und gab der Mannschaft neuen Schwung. Angetrieben von diesen Aktionen ging ein spürbarer Ruck durch das Team. Beim 19:19 durch Samira Berger gelang uns wieder der Ausgleich.
Das intensive Spiel forderte aber zunehmend seinen Tribut. In der Abwehr mussten wir weiterhin enorm viel investieren, um das druckvolle Angriffsspiel der Gastgeberinnen zu kontrollieren und die Kräfte ließen nun spürbar nach. Ederbergland erhöhte noch einmal das Tempo und setzte sich in der 55. Minute erstmals auf vier Tore ab. Viele Zuschauer glaubten zu diesem Zeitpunkt bereits, die Partie sei entschieden – es ging scheinbar nur noch um die Höhe des Sieges bzw. der Niederlage.
Die Mädels zeigten jedoch große Moral. In dieser Phase wuchs Kathi Blagus über sich hinaus und parierte mehrere klare Torchancen – darunter auch einen Siebenmeter. Das Team bekam die sprichwörtliche zweite Luft und kämpfte sich Tor um Tor heran.
Madlen Selbmann vollendete in der 58. Minute einen Tempogegenstoß zum 28:27 – und die Partie war nun an Spannung kaum noch zu überbieten. Als die Gastgeberinnen im nächsten Angriff eine weitere gute Chance liegen ließen, nutzte Anna Elkmann die Gelegenheit und erzielte den viel umjubelten Ausgleich zum 28:28.
Noch waren rund 40 Sekunden zu spielen, doch unsere Abwehr hielt dem Druck im letzten Angriff der Gastgeberinnen stand. Ederbergland kam nicht mehr zum entscheidenden Treffer – und so blieb es beim Unentschieden.
Der Jubel nach dem Schlusspfiff war groß: Die Mannschaft freute sich über einen hart erkämpften Punkt bei einem der Topteams der Liga.
„Die Mädels haben bis zum Schluss an sich geglaubt und sich diesen Punkt absolut verdient“, lautete das Fazit des Trainerteams. „Ehrlich gesagt hatten wir nicht mehr damit gerechnet, dass wir in der Schlussphase noch einmal zurückkommen. Umso größer ist der Respekt vor der Moral der Mannschaft. Es zeigt sich auch, dass wir inzwischen in der Crunchtime gegen Spitzenteams dagegenhalten können“.
Mit diesem Punktgewinn gehen wir nun mit viel Selbstvertrauen in die letzten drei Saisonspiele.
Ein großes Dankeschön geht auch an unsere Fans und Trommler, die für eine tolle Atmosphäre sorgten und uns bis zur letzten Minute lautstark unterstützten.
Tore TSV Korbach:
Emilie Pok 9, Beke Mehring 6/5, Anna Elkmann 4, Greta Knebel 2, Madlen Selbmann 2, Janina Pooch 2, Samira Berger 1, Janina Bock 1