Damen Bezirksoberliga: TSV Korbach – HSG Wesertal II 33:25 (15:13)
Zwei Gesichter – ein verdienter Sieg
Das Spiel gegen die HSG war für uns richtungsweisend, denn wenn wir solche Spiele souverän gewinnen, können wir uns in der oberen Tabellenhälfte festsetzen. Nach dem Auswärtserfolg bei der SVH Kassel hatten wir bereits neun Punkte auf dem Konto – eine Ausbeute, mit der vor der Saison kaum jemand gerechnet hatte. Mit einem weiteren Sieg konnten wir sogar auf den dritten Tabellenplatz vorrücken.
Schwieriger Start – zu statisch, zu fehleranfällig
Den besseren Start erwischten zunächst die Gäste, die nach vier Minuten mit 2:3 führten. Wir fanden nur schwer ins Spiel. Im Angriff agierten wir zu statisch, der Ball wurde eher verwaltet als mit Überzeugung in die Tiefe getragen und den Mädels unterliefen ungewohnt viele technische Fehler. Wir fielen in Muster zurück, die wir eigentlich schon abgelegt glaubten.
Auch in der Abwehr kamen wir zunächst oft einen Schritt zu spät. Wesertal staunte nicht schlecht, wie einfach sie insbesondere über die Kreisposition zu Torerfolgen kamen. So blieb die Begegnung bis zum 9:9 völlig ausgeglichen. Ein 3:0-Lauf, bei dem Greta Knebel und Beke Mehring die Tore erzielten, brachte uns aber eine erste 3-Tore-Führung zum 12:9.
Besonders die Hereinnahme von Ina Pawelczyk stabilisierte unsere Abwehr. Wir verschoben besser, arbeiteten aggressiver und zeigten erstmals, dass wir der Partie unseren Stempel aufdrücken wollten.
Wer dachte, wir hätten das Spiel aber nun im Griff, sah sich jedoch getäuscht. Wesertal nutzte eine weitere Schwächephase von uns konsequent und erzielte einen 4:0-Lauf zum 12:13 (25. Minute). Wieder waren wir zu passiv, ließen zu viel zu und bekamen den Rückraum nicht eng genug gestellt.
Doch noch einmal ging ein Ruck durch die Mannschaft. Angetrieben von Emilie Pok, die in die 1-gegen-1-Situationen ging und Kathi Blagus, die mehrere Würfe entschärfen konnte, bekamen wir wieder Zugriff auf das Spiel. Bis zur Pause drehten wir das Ergebnis erneut und gingen mit einer 15:13-Führung in die Kabine.
Deutliche Worte in der Kabine – klare Reaktion auf dem Feld
In der Halbzeit wurden die Fehler offen angesprochen.
Das Trainerteam wies darauf hin, im Angriff auch mal dahinzugehen, wo es weh tut, statt den Ball quer zu spielen und Verantwortung abzugeben. Die Außen müssen zudem besser eingebunden werden. Gleichzeitig war klar: In der Abwehr brauchen wir mehr Aggressivität, früheres Heraustreten und konsequentes Stören des gegnerischen Spielflusses.
Diese Vorgaben setzten die Mädels nach Wiederanpfiff hervorragend um.
Starker Auftakt in Halbzeit zwei – klare Struktur, hohes Tempo
Innerhalb von drei Minuten erzielten wir drei Treffer in Serie und setzten uns bis zur 34. Minute bereits auf 18:13 ab. Die 6:0-Abwehr stand nun stabil und zwang Wesertal zu Abschlüssen aus schlechten Positionen. Dadurch kamen wir endlich in unser Tempospiel – insbesondere Madlen Selbmann nutzte diese Ballgewinne für einfache Tore.
Auch im Positionsangriff agierten wir deutlich konsequenter. Klare Auslösehandlungen, gute Übergänge und eine hohe Passqualität sorgten dafür, dass wir die Führung weiter ausbauen konnten.
Spätestens beim 26:19 durch Ina Pawelczyk in der 51. Spielminute war klar, dass wir dieses Spiel nicht mehr aus der Hand geben würden.
Fazit
Am Ende durften wir einen verdienten 33:25-Erfolg feiern und mit diesem Sieg den dritten Tabellenplatz übernehmen. Die zahlreichen Zuschauer sahen dabei zwei unterschiedliche Halbzeiten. In den ersten 30 Minuten fanden wir einfach nicht zu unserem Spiel und verfielen wieder in alte Muster: fehlende Aggressivität in der Abwehr, ein zu statisches Angriffsspiel und eine Vielzahl technischer Fehler prägten unser Auftreten.
In Halbzeit zwei zeigte die Mannschaft dann jedoch eindrucksvoll ihre Weiterentwicklung. Sehenswerte Auslösehandlungen, ein schnelles Konterspiel und ein deutlich aggressiveres Abwehrverhalten machten deutlich, wozu dieses Team in der Lage ist – und genau das macht definitiv Lust auf mehr.
Dennoch mussten wir auch einen Schockmoment verkraften: Madlen Selbmann verletzte sich Mitte der zweiten Halbzeit am Knie und konnte nicht mehr eingesetzt werden. Wir gehen aktuell davon aus, dass es sich „nur“ um eine Prellung handelt und keine schwerere Verletzung vorliegt. Gute Besserung, Madlen!
Torschützen:
Samira Berger 2, Madlen Selbmann 6, Beke Mehring 6/2, Greta Knebel 7, Ina Pawelczyk 2, Emilie Pok 7/3, Janina Pooch 1, Jessica Pooch 1, Chantal Misz 1








