Frauen – Bezirksoberliga: HSG Hofgeismar/Grebenstein – TSV Korbach 23:26 (11:14
Nach dem wichtigen Zittersieg über die HSG Zwehren stand für uns an diesem Wochenende das Auswärtsspiel bei der HSG Hofgeismar/Grebenstein auf dem Programm. Das Ziel war klar: Erstmals seit dem Aufstieg wollten wir uns ein positives Punktekonto erarbeiten.
Das 35:34 vom vergangenen Samstag gegen das Tabellenschlusslicht Zwehren war in der Trainingswoche natürlich noch einmal Thema. Die Mädels hatten bei einer zwischenzeitlichen Acht-Tore-Führung zu früh einen Gang zurückgeschaltet und den Sieg schon als sicher angesehen – mit der Folge, dass in der hektischen Schlussphase der Schalter nicht mehr rechtzeitig umgelegt werden konnte. Dies sollte in diesem Spiel nicht mehr passieren.
Verzichten mussten wir in dieser Partie aus privaten Gründen auf Ella Rebs, Anna Elkmann und Kathi Blagus, so dass unser Kader nur 10 Spielerinnen umfasste.
Wir begannen sehr verhalten und wirkten zu Beginn ungewohnt lethargisch. Die Gastgeberinnen, die mit einem ausgeglichenen Punktestand (5:5) in die Begegnung gingen, präsentierten sich dagegen von Beginn an hellwach und hochmotiviert. So lag die HSG schnell mit 2:0 in Führung. Zwar gelang den Mädels immer wieder der Ausgleich, doch die HSG blieb am Drücker und setzte sich mehrfach auf zwei Tore ab. In der 11. Minute hieß es 7:4 für die Gastgeberinnen – ein Warnsignal!
Defensiv stimmte in dieser Phase nur wenig. Das Verschieben in der Abwehr funktionierte nicht wie gewohnt: Auf der einen Seite wurde zu früh ausgeholfen, auf der anderen Seite fehlte das energische Zupacken. Auch im Angriff blieb das Spiel zunächst zu statisch, zu oft wurde quer gespielt, anstatt entschlossen die Tiefe zu suchen und Druck auf die Abwehr auszuüben. So konnte Hofgeismar/Grebenstein bis zur 16. Minute eine verdiente 9:6-Führung behaupten.
Doch dann wachten auch wir endlich endlich auf. Über den Kampf fand die Mannschaft ins Spiel und nutzte die Fehler des Gegners konsequent aus. Ein wesentlicher Faktor war Torhüterin Janina Blagus, die mit einer beeindruckenden Quote von rund 40 Prozent gehaltener Bälle ein starker Rückhalt war. Auch im Feldspiel wurden nun Akzente gesetzt: Samira Berger führte klug Regie auf der Spielmacherposition, riss immer wieder Lücken in der gegnerischen Deckung und suchte auch selbst erfolgreich das Eins-gegen-Eins. In der Abwehr stellte sich Madlen Selbmann immer besser auf die gefährliche Rückraumschützin Sina Bötte ein und nahm sie weitgehend aus dem Spiel.
Innerhalb weniger Minuten gelang der Ausgleich zum 9:9 (19.), und bis zur Pause legten wir noch einen 5:2-Lauf hin. Mit einer verdienten 11:14-Führung ging es in die Kabinen.
In der Halbzeitpause fand das Trainerteam klare Worte: „Wir dürfen uns – im Gegensatz zu den letzten beiden Spielen – keine Schwächephase erlauben, wenn wir die Punkte mitnehmen wollen.“
Diese Ansage zeigte Wirkung. Nach dem Wiederanpfiff agierte der TSV konzentriert, diszipliniert und mit deutlich besserer Körpersprache. Zwar gelang es nicht, sich
entscheidend abzusetzen, doch der Vorsprung blieb konstant bei drei bis vier Toren. Die Abwehr stand nun kompakt, half klug aus und unterband frühzeitig die gefährlichen Aktionen der HSG-Angreiferinnen.
In der 53. Minute erzielte Beke Mehring mit einem sehenswerten Treffer von Linksaußen die 24:20-Führung. Kurz blitzte noch einmal die Erinnerung an das letzte Heimspiel gegen Zwehren auf, als wir trotz komfortabler Führung ins Straucheln geraten waren. Doch diesmal blieb die Mannschaft stabil. Das lag vor allem an der geschlossenen Abwehrarbeit und der hohen Konzentration in der Schlussphase.
Als Emilie Pok in der 58. Minute das 21:25 erzielte, war die Partie entschieden. Der Rest war Formsache – die Mädels brachten den verdienten Sieg souverän ins Ziel.
Das Trainerteam zeigte sich nach der Partie zufrieden, wenngleich der Start erneut Anlass zur Kritik bot: „In den ersten 15 Minuten haben wir nicht ins Spiel gefunden und zu viele einfache Fehler gemacht“, resümierte das Trainerteam. „Aber danach haben wir gezeigt, dass wir handballerisch und kämpferisch auf einem guten Weg sind. Besonders erfreulich ist, dass wir unsere technischen Fehler weiter reduzieren konnten – nur sechs im gesamten Spiel, das ist ein hervorragender Wert für uns.“
Auch die mentale Stabilität gefiel: „Wir haben diesmal keinen Einbruch erlebt, als die Gastgeberinnen noch einmal Druck machten. Die Mädels haben einen kühlen Kopf bewahrt und den Vorsprung clever verwaltet“, so das Trainerteam weiter. „Mit diesem Sieg weisen wir erstmals seit dem Aufstieg in die Bezirksoberliga ein positives Punktekonto (5:3) auf – das ist ein wichtiger Schritt in unserer Entwicklung.“
Torschützen:
Samira Berger 4, Madlen Selbmann 4, Greta Knebel 3, Janina Pooch 3, Emilie Pok 9/2, Beke Mehring 3