HomeFrauen IFrauen – Bezirksoberliga: HSG Wesertal II – TSV Korbach 31:33 (14:16)

Frauen – Bezirksoberliga: HSG Wesertal II – TSV Korbach 31:33 (14:16)

Frauen – Bezirksoberliga: HSG Wesertal II – TSV Korbach 31:33 (14:16)

Sieg zum Saisonabschluss

Zum Abschluss der Saison führte uns der Spielplan zur HSG Wesertal II. Nach der Niederlage gegen Waldau waren unsere Chancen auf den zweiten Tabellenplatz nur noch theoretischer Natur. Umso mehr ging es in dieser Partie darum, noch einmal eine ordentliche Leistung zu zeigen und die Runde sauber zu Ende zu bringen.

Die vergangenen Wochen hatten deutlich gezeigt, dass wir personell am Limit waren. Viele Spielerinnen gingen angeschlagen in die Partie, Alternativen – insbesondere im Rückraum waren nur begrenzt vorhanden. Das machte es schwierig, über 60 Minuten konstant auf hohem Niveau zu agieren.

Hinzu kam, dass nach einer langen Saison auch mental etwas die Luft raus zu sein schien. Genau hier war es entscheidend, noch einmal die nötige Spannung aufzubauen und als Team geschlossen aufzutreten. Trotz allem war klar: Wenn wir unsere Leistung abrufen, sind wir auch in Wesertal der Favorit.

Zum Abschluss gelang uns dann ein 33:31-Auswärtssieg. Dabei zeigte die Mannschaft über weite Strecken jedoch keine konstante Leistung, bewies am Ende aber Moral und Teamgeist.

Wir starteten sehr verhalten in die Partie und wirkten zu Beginn ungewohnt lethargisch. So lag die HSG schnell mit 2:0 in Führung. Zwar gelang es uns immer wieder zu verkürzen, doch die Gastgeberinnen blieben zunächst tonangebend und setzten sich mehrfach auf zwei Tore ab. In der 10. Minute hieß es 6:4 für Wesertal ein erstes Warnsignal.

Defensiv stimmte in dieser Phase nur wenig. Das Verschieben funktionierte nicht wie gewohnt: Auf der einen Seite wurde zu früh ausgeholfen, auf der anderen Seite fehlte das konsequente Zupacken. Auch im Angriff fehlte zunächst die nötige Dynamik. Zu oft wurde quer gespielt, anstatt entschlossen in die Tiefe zu gehen und Druck auf die Abwehr auszuüben. Zudem erwischten auch die Torhüterinnen keinen optimalen Tag.

Doch dann fanden wir endlich besser ins Spiel. Über den Kampf kamen wir zurück und nutzten Fehler der Gastgeberinnen konsequenter. Im Angriff übernahm vor allem Beke Mehring Verantwortung, riss immer wieder Lücken in die Abwehr und suchte erfolgreich das Eins-gegen-Eins.

Ein entscheidender Faktor war zudem die Umstellung in der Defensive: Anna Elkmann nahm die starke Collien Lange in Manndeckung. Mit dieser Maßnahme unterbrachen wir den Spielfluss der Wesertalerinnen, gewannen Bälle und konnten über die erste und zweite Welle einfache Tore erzielen. In der 15. Minute brachte uns Emilie Pok beim 6:7 erstmals in Führung.

Diese bauten wir zwischenzeitlich weiter aus unter anderem durch einen Treffer von Anna Elkmann zum 10:13. Dennoch blieb ein Problem bestehen: die hohe Anzahl an technischen Fehlern. Insgesamt 19 Ballverluste sprechen eine deutliche Sprache, insbesondere lange Pässe wurden immer wieder abgefangen.

Mit einer 16:14-Führung ging es in die Halbzeitpause.

In der Kabine fand das Trainerteam klare Worte: Wir mussten konzentrierter agieren, die Fehlerquote reduzieren und weiterhin Druck auf die Abwehr ausüben, anstatt die Verantwortung abzugeben.

Diese Ansprache zeigte Wirkung. Nach dem Seitenwechsel präsentierten wir uns deutlich verbessert, agierten konzentrierter und mit besserer Körpersprache. Durch eine stabilere Abwehr provozierten wir Fehler und nutzten diese über schnelles Umschaltspiel konsequent aus. So konnten wir unseren Vorsprung weiter ausbauen. Als Madlen Selbmann in der 44. Minute zum 22:28 traf, schien die Partie bereits entschieden.

Doch wie schon in den Wochen zuvor verloren wir auch diesmal wieder etwas den Faden. In der Abwehr fehlte erneut der Zugriff, im Angriff häuften sich die technischen Fehler. Zudem machte sich bemerkbar, dass weiterhin einige Spielerinnen angeschlagen in die Partie gingen. Beispielhaft ist hier Samira Berger zu nennen, die trotz starker Erkältung auf die Zähne biss und alles in die Waagschale warf – keine Selbstverständlichkeit.

Auch die Schlussphase verlief alles andere als ruhig. Durch mehrere Zeitstrafen agierten wir über längere Phasen in Unterzahl, wodurch Wesertal noch einmal verkürzen konnte. Dabei muss auch erwähnt werden, dass wir mit einigen Schiedsrichterentscheidungen an diesem Abend haderten und diese für uns zum Teil schwer nachvollziehbar waren. Dennoch zeigte die Mannschaft große Moral, hielt dagegen und brachte den Sieg letztlich verdient ins Ziel.

Es war sicherlich nicht unser bestes Spiel, aber die Mannschaft hat erneut gezeigt, dass sie auch schwierige Spiele gewinnen kann. Der Teamgeist stimmt, jede kämpft für die andere  und genau das war über die gesamte Saison hinweg ein entscheidender Faktor.

Mit diesem Erfolg beenden wir die Saison auf einem starken dritten Tabellenplatz mit 26:10 Punkten – ein Ergebnis, mit dem vor der Saison wohl kaum jemand gerechnet hätte. Glückwunsch an die Mannschaft zu einer tollen Entwicklung!

Torschützen:

Beke Mehring 8/3, Emilie Pok 7/4, Greta Knebel 7, Madlen Selbmann 5, Samira Berger 2, Janina Bock 2, Anna Elkmann 2