Frauen – Bezirksoberliga: TSV Korbach – HSG Zwehren/Kassel II 35:34 (21:14
Starke erste Hälfte, zittriges Ende – Sieg ins Ziel gerette
Nach den beiden „Bonusspielen“ zum Auftakt gegen die Titelkandidaten Heiligenrode und Ahnatal/Calden wartete nun eine Aufgabe, bei der wir unbedingt die ersten beiden Punkte holen wollten. An diesem Wochenende empfingen wir die HSG Zwehren/Kassel II, die mit 1:7 Punkten am Tabellenende stand. Trotz des bislang nur einen geholten Punkts durften wir die Gäste nicht unterschätzen. Die HSG hatte beim 33:33 in Wesertal und insbesondere bei der unglücklichen Niederlage gegen den Absteiger Waldau (35:37) überzeugt. Das Trainerteam zeigte sich mit den bisherigen Auftritten unserer Mannschaft zufrieden, da man sehen konnte, dass sich das Team weiterentwickelt hat – vor allem im Angriff. Aber genau das mussten wir jetzt auch unter Druck bestätigen.
Zu Beginn entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Zwar konnten wir immer wieder vorlegen, doch die Gäste blieben hartnäckig dran. Bis zum 6:5 war es ein ständiges Hin und Her, was auch daran lag, dass wir trotz guter Chancen mehrfach an der Gästetorhüterin scheiterten. Erst ein Treffer von Beke Mehring in der 15. Minute brachte uns die erste Zwei-Tore-Führung (8:6).
In der Folge erwischten wir unsere beste Phase des Spiels: Die Abwehr stand kompakt, die gefährlichen Rückraumschützinnen Josefine Brehm und Selina Schmidt wurden gut kontrolliert, und im Angriff sorgten sehenswerte Auslösehandlungen sowie schnelle Gegenstöße über Greta Knebel und Madlen Selbmann für sehenswerte Treffer. Nach neunzehn Minuten stand es 13:8, und der Vorsprung wuchs bis zur Pause weiter an. Mit einem beruhigenden 21:14 ging es in die Kabine.
Die Halbzeitansprache des Trainerteams war eindeutig: konzentriert weitermachen, das Tempo hochhalten und das gute Spiel fortsetzen.
Und zunächst gelang das. In den ersten Minuten der zweiten Hälfte blieb die Begegnung ausgeglichen – die HSG konnte den Rückstand nicht verkürzen, wir aber auch nicht weiter davonziehen.
Ab Mitte der zweiten Halbzeit zeigte sich jedoch, dass unsere Abwehr nicht mehr den gewohnten Zugriff fand. Wir kamen oft einen Schritt zu spät, die Abstimmung im Innenblock passte nicht mehr, und die Lücken wurden größer. Zum Glück funktionierte der Angriff weiterhin gut, sodass Zwehren zunächst nicht gefährlich nahe kam.
Als Greta Knebel in der 52. Minute per Tempogegenstoß zum 34:28 traf, schien die Partie entschieden – zumindest dachten das alle Zuschauer, einschließlich des Trainerteams!
Doch dann passierte das, was niemand in der Halle für möglich gehalten hätte: Wir stellten das Handballspielen komplett ein. Technische Fehler,
überhastete Abschlüsse und fehlende Abstimmung in der Abwehr ermöglichten Zwehren einen 5:0-Lauf. Plötzlich stand es nur noch 34:33 – und die Partie war wieder offen. Erst in der 59. Minute sorgte Jessica Pooch mit einem beherzten Treffer für das erlösende 35:33, ehe die Gäste kurz vor Schluss noch auf 35:34 verkürzten konnten.
Das Trainerteam kann die letzten acht Minuten nicht wirklich erklären. „Wir haben einen Gegner stark gemacht, der sich eigentlich schon mit der Niederlage abgefunden hatte“, so das Fazit. „Letztendlich war es wohl fehlende Kraft, konditionelle Schwächen und nachlassende Konzentration, die uns in diese Situation gebracht haben. Diese Schwächephase hätte uns beinahe den sicher geglaubten und so wichtigen Sieg gekostet. Es ist noch einmal gut gegangen – aber wir werden uns in den kommenden Partien steigern müssen. Die Mädels müssen ihr Leistungspotenzial konstant abrufen, an die eigenen Stärken glauben und auch konditionell stabiler werden! Solche Einbrüche dürfen wir uns künftig nicht mehr leisten!“
Tore: Jessica Pooch 1, Emilie Pok 10/5, Beke Mehring 6/1, Greta Knebel 7/1, Anna Elkmann 2, Madlen Selbmann 7, Ina Pawelczyk 2.