Frauen – Bezirksoberliga: TSV Korbach – SVH Kassel 35:24 (19:8)
Ein Sieg mit einigen Fragezeichen
Weiterhin halten wir uns in der Spitzengruppe der Bezirksoberliga. Mit dem 35:24-Heimsieg gegen die SVH Kassel sicherten wir uns zwei weitere wichtige Punkte, zeigten jedoch vor allem in der zweiten Halbzeit eine nicht zufriedenstellende Leistung. Die Gäste traten ersatzgeschwächt an und mussten unter anderem auf ihre stärkste Spielerin Juliana Gries verzichten.
In den Anfangsminuten entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes Spiel. Nach vier Minuten führten wir durch einen Treffer von Emilie Pok mit 3:2. Doch im weiteren Verlauf wurde deutlich, dass den Gästen im Angriff die Durchschlagskraft fehlte. Gestützt auf eine gut aufgelegte Kathi Blagus im Tor gewannen wir immer wieder Bälle, die wir konsequent über die erste Welle nutzten. Vor allem Madlen Selbmann war hier kaum zu stoppen und schloss die Tempogegenstöße sicher ab.
Bereits in der 17. Minute konnten wir uns auf 11:5 absetzen. Allerdings zeigte sich schon in dieser Phase, dass wir im Positionsangriff unsere Probleme hatten. Das Spiel war oft zu statisch, es fehlte an Tempo und Bewegung – und insbesondere über die Außenpositionen scheiterten wir ein ums andere Mal an der gegnerischen Torhüterin.
Dennoch konnten wir uns auf unser Tempospiel verlassen und den Vorsprung weiter ausbauen. In der 23. Minute traf Jessica Pooch zum 16:6. Zu diesem Zeitpunkt hatte Madlen Selbmann bereits neun Treffer erzielt – einen Großteil davon über die erste und zweite Welle. Mit einem klaren 19:8 ging es schließlich in die Halbzeitpause, das Spiel war zu diesem Zeitpunkt natürlich bereits entschieden.
Die Vorgabe in der Kabine war eindeutig: nicht nachlassen, weiter konzentriert arbeiten und an die Leistung der ersten Halbzeit anknüpfen.
Doch nach dem Seitenwechsel zeigte die Mannschaft ein völlig anderes Gesicht. Im Angriff agierten wir hektisch und ohne klare Struktur, die Konzentration im Abschluss ließ deutlich nach. Auch in der Abwehr fehlte nun der Zugriff – wir arbeiteten nicht mehr konsequent zusammen und machten es den Gästen zu einfach. Immer wieder kamen sie über Einläufer zu Treffern.
In den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit erzielten wir lediglich drei Tore und fanden überhaupt nicht zu unserem Spiel. Die Mädels haderten mehr mit sich selbst als mit dem Gegner, im Angriff wurde mehr „gewürgt“ als gespielt. Die ohnehin schwache Trefferquote blieb weiterhin ein großes Problem.
Zwar war der Vorsprung aus der ersten Halbzeit groß genug, um nicht mehr ernsthaft in Gefahr zu geraten, doch es gelang uns lange Zeit nicht, uns weiter abzusetzen. So stand es zwischenzeitlich 28:21, ohne dass wir die Partie wirklich kontrollierten.
Für zusätzliche Unruhe sorgten dann zwei Verletzungen in der Schlussphase: Zunächst musste Emilie Pok nach einer Knieverletzung vom Feld, wenig später erwischte es auch Samira Berger nach einem harten Foul an der Schulter. Wir hoffen, dass sich beide
Verletzungen als nicht allzu schwerwiegend herausstellen und sie uns in den beiden verbleibenden Spielen wieder zur Verfügung stehen.
In den letzten zehn Minuten ging dann noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft. Plötzlich war wieder mehr Bewegung und Entschlossenheit im Spiel. Anna Elkmann und Jessica Pooch konnten nun auch von den Außenpositionen erfolgreich abschließen und Beke Mehring übernahm auf der Mittelposition Verantwortung. So gelang es uns das Ergebnis am Ende noch auf 35:24 auszubauen.
Das Trainerteam hatte nach dem Spiel ein gemischtes Fazit: „Die Mannschaft hat heute zwei völlig unterschiedliche Gesichter gezeigt. Die erste Halbzeit war – vor allem über das Tempospiel – sehr souverän. Die Phase zwischen der 30. und 50. Minute gehört dagegen zu den schwächeren in dieser Saison. In der Schlussphase haben die Mädels dann aber noch einmal Charakter gezeigt und füreinander gekämpft. Die Verletzungen von Emilie Pok und Samira Berger trüben natürlich die Freude über den Sieg.“
Torschützen:
Greta Knebel 5, Emilie Pok 7/1, Chantal Misz 1, Jessica Pooch 2, Beke Mehring 4/3, Anna Elkmann 3, Samira Berger 1, Madlen Selbmann 12


